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Saturday, September 15, 2012

Stummer Wörter Hilferuf


Verloren der Krieg, vorbei das Gemetzel, der Feldzug im Sumpf versunken.
Schreiender Vögel wortlose Stimmen, stimmlose Worte in leeren Taten.
Helden der Toten auf leblosen Halden, toter Helden hallender Ruf.
Aus schlummernden Wäldern das Rauschen der Bäume,
das sanfte Getuschel berauschenden Dufts.
Zwischen den Stämmen blutrote Pfähle, gespitzt auf die Stummen gerichtet.
Vernichteter Bauten, verfallener Häuser zerstörtes Gemurmel im Untergrund.
Verlorene Blätter einstiger Krone, verreckend im eigenen Schund.
Gewundener Körper verzerrte Gestalten, stiller verstummender Totenmund.
J.S. 2012

Sunday, April 15, 2012

Mein Schiff hat tausend Segel

Mein Schiff hat tausend Segel
Doch der Wind weht stark

Es liegt nun trunken
von Übermut
Versunken
auf dem Meeresgrund

(JS 15.04.2012)

Wednesday, February 15, 2012

Dieses Mal...

Im Nachhinein ist's immer leicht

zu sagen was gewesen wär'

besser – ich sage nichts.

(Jonas Stegemann 2011)

Wednesday, November 2, 2011

Die guten alten Zeiten (romantisiert)

Als Welt und Seel' noch einerlei,
Als Sterne noch in Sphären,
Als Menschengeist noch völlig frei,
Da wollt' ich mich vermehren.

(02.11.2011 J.S.)

Thursday, October 27, 2011

T.I.P Ta!

Ta, who comforted us in times of doubt,
who sheltered us on stormy days,
who chilled with us in sunny times.
You have given our travels shape,
as we shaped you inside.
You were our child, our father,
our companion day and night.
Everything we did, we did together.
We got up in the mornings,
relaxed during the days,
slept at night.
You always welcomed us warmly,
you cared for us loving,
you let us go in benevolence.
Tears where shed: of joy and happiness; and now
tears of a final goodbye.

We love you! We miss you! We will never forget you!
Travel in peace, Ta!

Friday, July 1, 2011

Gedankenlos

Steh und sieh zu!

wenn ich fließe, wandle und ergieße.

Bin ich fort, bist du,

wie zuvor an diesem Ort.

Schaust mir nach und blinzelst,

drehst dich um und blickst

voller Erwartung

dorthin,

woher ich kam.


(01.07.'11, Jonas Stegemann)

Monday, February 14, 2011

Entdeckung des Du im Ich

Verdunkelte Stadt,
verrammelte Tür,
einsame Straß
nur du, ich
:ein wir.

(14.02.'11)

Großstadtgedanke

Du sitzt nur da.
Den Blick auf den Boden gerichtet,
Wie ein Kind, das mit der Hand die Augen bedeckt,
Um nicht gesehen zu werden, nicht sehen zu müssen.

Ich frage mich:
Sitze ich auch manchmal so da?
In der U-Bahn, im Café, bei Freunden?
Bin ich so weit, dass ich nicht sehen müssen will?

Ich drehe mich um und sehe,
Dass jeder mal so da sitzt,
Nicht nur in dieser Stadt,
Und auch ich!
Und leise frage ich:
Wann wird ein Mensch
- unsichtbar ?

(08.02.'11)

Ein kleiner Nachtrag

"Ode an den Wein"

Oh Sonnenstrahl, der dich erweckt,
Aus Hügels Boden dich befreit!
Der wärme schickt auf reine Haut,
Zur prallen Reife lässt gedeihen!

Verärgere dich nicht, vergäre!

Oh zarter Tropfen deines Blutes,
Benetze meine zehr'nden Lippen!
Oh Zungenstreichler!
Oh Gaumenschmeichler!
Oh ganzen Körpers Wohlgefühl!

Umhülle mich mit Engelstüchern,
Öffne mein's Verstandes Tor,
Versetze mich in dreifach Schwingung,
Entfalte meiner Zunge Kraft!

Veränderst und betörst du mich?
Erweckst du in mir Phantasien!
Ergreifst du auch Besitz von mir,
Du bist doch mein und wunderschön!

(08.09.'10)

Tuesday, February 8, 2011

Klare Momente

Ich mag diese klaren Momente,
wenn Leben plötzlich greifbar wird
und die Frage nach Sinn sich erübrigt
- in diesem Augenblick.

Wenn mein Himmel aufreist
und ich unverschleiert sehen darf,
dass alles fließt,
dass alles schwingt,
dass alles liebt,
dass alles singt
- in diesem Augenblick.

Diese Momente kommen von innen und kommen allein.
Nach außen trage ich sie nicht.

Dann fällt der Vorhangt wieder
und ich klatsche noch zwei Minuten,
lausche dem Nachhall,
starre auf den schweren Stoff,
der an einigen Stellen leise glitzert.

Und wenn ich dann am nächsten Tag
wieder in der Kneipe sitz, mit Freunden,
die die halbe Wahrheit kennen,
versuch ich den Vorhang mit Gewalt zu öffnen.
Mit klaren
- aber keinen Momenten.

Nur schwerer wird der Stoff,
durchtränkt! mit verspiegelter Wirklichkeit,
immer schwerer bis zur Unbeweglichkeit.

Nur manchmal schließt ein Augenblick
zwei Menschen wie in einer Seifenblase ein.
Da ist dann Liebe, Hoffnung, Zuversicht,
Glauben an das Sein.
(02.02.'11)